Wenn von Fibromyalgie die Rede ist, denkt man sofort an erwachsene Frauen zwischen 30 und 50 Jahren. Doch eines der besorgniserregendsten Aspekte der letzten Jahrzehnte ist der Anstieg der Fälle von Fibromyalgie im Kindesalter, ein Phänomen, das Aufmerksamkeit und Verständnis verdient.
Eine alarmierende Zahl
Die Zahl der Kinder, die Symptome aufweisen, die auf das fibromyalgische Syndrom hindeuten, nimmt ständig zu. Weit verbreitete Muskelschmerzen, unerklärliche Müdigkeit, Schlafstörungen, wiederkehrende Kopfschmerzen, Konzentrationsschwierigkeiten in der Schule: Dies sind Erscheinungen, die immer häufiger von Eltern berichtet werden und die in einem signifikanten Prozentsatz der Fälle ein fibromyalgisches Bild ergeben.
Warum Kinder?
Der Anstieg der pädiatrischen Fibromyalgie steht im Kontext einer wachsenden biologischen Verwundbarkeit der neuen Generationen. Verschiedene Faktoren tragen dazu bei:
- Sensorische Überlastung: Bildschirme, Videospiele, ständige Stimulationen, die das sich entwickelnde Nervensystem schwer bewältigen kann.
- Ungesunde Ernährung: verarbeitete Lebensmittel, übermäßiger Zuckerkonsum, Mangel an essentiellen Mineralien.
- Sitzende Lebensweise: weniger Spiel im Freien, weniger spontane Bewegung.
- Schulischer und sozialer Stress: zunehmender Druck bereits in der frühen Kindheit.
- Reduzierte Naturerfahrung: weniger Kontakt mit der natürlichen Umgebung.
Die zu erkennenden Signale
Bei Kindern kann sich Fibromyalgie anders äußern als bei Erwachsenen:
- Beinschmerzen, die fälschlicherweise als "Wachstumsschmerzen" angesehen werden.
- Unverhältnismäßige Müdigkeit im Vergleich zur geleisteten Aktivität.
- Konzentrationsschwierigkeiten in der Schule.
- Reizbarkeit und Stimmungsschwankungen.
- Wiederkehrende Bauchschmerzen ohne offensichtliche organische Ursachen.
- Unruhiger und wenig erholsamer Schlaf.
- Häufige Kopfschmerzen.
Die Bedeutung, nicht zu minimieren
Einer der häufigsten Fehler ist es, die Symptome des Kindes als Launen, Angst oder Aufmerksamkeitssuche abzutun. Das Leid des Kindes ist real und verdient die gleiche Beachtung wie jede andere medizinische Erkrankung. Ein empathischer und aufmerksamer Ansatz, der das Kind in seiner Gesamtheit betrachtet, ist der erste Schritt, um ihm zu helfen.
Was können Eltern tun?
Die Rolle der Familie ist entscheidend:
- Eine Ernährung sicherstellen, die reich an Gemüse, Mineralien und arm an verarbeiteten Lebensmitteln ist.
- Bewegung im Freien und freies Spiel fördern.
- Die Bildschirmzeit reduzieren.
- Entspannende Abendroutinen schaffen, um einen guten Schlaf zu fördern.
- Sich an Fachleute wenden, die die Komplexität des fibromyalgischen Syndroms verstehen.
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