Wenn es ein Symptom gibt, das Fibromyalgie-Patienten als besonders belastend beschreiben, neben dem Schmerz, dann sind es die Schlafstörungen. Es handelt sich nicht um einfache Schlaflosigkeit: Es ist ein Schlaf, der nicht erholsam ist, fragmentiert, oberflächlich, nach dem man müder aufwacht als man ins Bett gegangen ist.
Der Schlaf bei Fibromyalgie
Forschungen haben gezeigt, dass bei Fibromyalgie eine Störung der Phasen des Tiefschlafs auftritt. Die typischen Gehirnwellen des erholsamen Schlafs (Delta-Wellen) werden durch Eindringlinge von Alpha-Wellen gestört, die normalerweise mit Wachsamkeit assoziiert sind. Das Ergebnis ist ein Schlaf, der in der Dauer normal erscheint, aber nicht seine reparierenden Funktionen erfüllt.
Warum ist der Schlaf so gestört?
Das Nervensystem von Menschen mit Fibromyalgie befindet sich in einem Zustand der Hyperaktivierung. Das sympathische Nervensystem – das uns auf Aktion, Flucht und Verteidigung vorbereitet – bleibt aktiv, auch wenn es dem parasympathischen Nervensystem, das für Entspannung und Erholung zuständig ist, Platz machen sollte.
Dieses Ungleichgewicht hat direkte Auswirkungen auf den Schlaf:
- Schwierigkeiten beim Einschlafen aufgrund der Unfähigkeit, den Kopf auszuschalten
- Häufiges Aufwachen in der Nacht
- Frühes Aufwachen am Morgen
- Gefühl von nicht erholsamem Schlaf
Der Teufelskreis Schlaf-Schmerz
Gestörter Schlaf und Schmerz nähren sich gegenseitig. Ein Schlaf von schlechter Qualität senkt die Schmerztoleranz und macht am nächsten Tag empfindlicher gegenüber schmerzhaften Reizen. Der Schmerz wiederum macht es schwieriger, einzuschlafen und einen tiefen Schlaf aufrechtzuerhalten. Diesen Teufelskreis zu durchbrechen, ist eines der Hauptziele im Umgang mit Fibromyalgie.
Serotonin: Die fehlende Verbindung
Serotonin ist ein wichtiger Neurotransmitter sowohl für die Regulierung des Schlafs als auch für die Schmerzmodulation. Bei Fibromyalgie wird häufig eine reduzierte Verfügbarkeit von Serotonin beobachtet, was sowohl zu Schlafstörungen, zur Senkung der Schmerztoleranz als auch zu Stimmungsschwankungen beiträgt.
Strategien zur Verbesserung des Schlafs
Die Wiederherstellung eines qualitativ hochwertigen Schlafs erfordert verschiedene Maßnahmen:
- Schlafhygiene: regelmäßige Zeiten, kühle und dunkle Umgebung, keine Bildschirme vor dem Schlafen
- Reduzierung der abendlichen Reize: Licht und Lärm in den Stunden vor dem Schlafen reduzieren
- Zwerchfellatmung: aktiviert das parasympathische System und fördert die Entspannung
- Gezielte Ergänzung: Magnesium und andere Nährstoffe, die die neuromuskuläre Entspannung fördern
- Sanfte Bewegung tagsüber: fördert die physiologische Müdigkeit am Abend
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